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Schriftsteller oder Drehbuchautor: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Angehende Autoren stehen oft vor der Entscheidung, ob sie Romane oder Drehbücher für das Fernsehen und das Kino schreiben sollen. Der Beruf des Drehbuchautors verspricht einen schnellen Einstieg und zumindest am Anfang eine bessere Vergütung. Manche Autoren träumen auch davon, ihre Geschichten auf der Leinwand oder auf dem Bildschirm mit prominenten Schauspielern zu sehen. Auf der anderen Seite gibt es bekannte Drehbuchautoren, die inzwischen zu erfolgreichen Schriftstellern geworden sind. Was sind dafür die Gründe? Welche Voraussetzungen braucht man, um Bücher zu schreiben, und was macht ein gutes Drehbuch aus? Was gibt es außerdem für Alternativen für Autoren?

Freiraum oder strenge Vorgaben

Grundsätzlich verbindet den Romanschriftsteller mit dem Drehbuchautor, dass er aus einer Idee eine erfundene Geschichte entwickelt. Diese Geschichte wird in Form einer Erzählung als Erlebnis gestaltet. Fast immer stehen in der Geschichte Menschen im Mittelpunkt, die Konflikte erleben. Jede Story verlangt schließlich eine Auflösung.

Doch schon bald hören die Gemeinsamkeiten zwischen Roman und Drehbuch auf. Ein Drehbuch ist, einfach gesagt, eine Geschichte, die in Bildern erzählt wird. Selbst wenn es Stoffe gibt, die als Dramen hauptsächlich von den Dialogen leben, so muss ein Drehbuchautor wissen, wie er seine Story in Aktionen, Szenenbildern und Figurenhandlung auflösen kann. Im Unterschied zu einem Schriftsteller hat er nicht das Mittel der inneren Bewegung zur Verfügung. Damit sind alle inneren Vorgänge im Kopf einer Figur gemeint. Im Roman kann der Held ausführlich reflektieren, ob man ihm Unrecht getan hat, er kann innere Monologe führen oder sich in seine Fantasien hineinsteigern. Natürlich kann es auch in einem Drehbuch einmal eine Erzählerstimme geben, doch das ist meist filmisch wenig wirksam und von den Auftraggebern einer Produktion nicht erwünscht.

Formale Unterschiede

Ein formaler Unterschied zwischen Roman und Drehbuch besteht auch darin, dass der Roman meist in der Vergangenheitsform geschrieben wird, ein Drehbuch wird dagegen immer in der Gegenwartsform geschrieben. Ein weiterer gewichtiger Unterschied ist, dass fast alle Drehbücher einer strengen Dramaturgie unterliegen. Es gibt festgelegte dramaturgische Höhepunkte und Wendepunkte. Die Story muss zum Beispiel beim Krimi einer bestimmten Handlungsabfolge gehorchen. Der Romanautor wird auch nach einem roten Faden suchen, aber er hat erst einmal alle Freiheiten.

Anspruchsvolle Voraussetzungen und Alternativen für Autoren

Produzenten und Sender erwarten, dass ein Drehbuchautor nach diesen strengen Vorgaben arbeiten kann. Das erfordert ein ausgeprägtes, handwerkliches Können. Deshalb werden Drehbuchautoren in besonderen Seminaren, wie der Drehbuchwerkstatt in München an der Filmhochschule ausgebildet. Drehbuchautoren müssen auch die Verwendung einer Drehbuchsoftware wie Final Draft beherrschen. Für den Schriftsteller ist ein Einstieg ins Drehbuchschreiben daher mit einigen Hürden verbunden. Umgekehrt haben gerade erfahrene Drehbuchautoren sehr gute Voraussetzungen als Romanautoren: Ihr dramaturgisches Gespür und handwerkliches Können hilft enorm beim Schreiben vom Romanen. Für angehende Schriftsteller können E-Books und Hörbücher eine spannende Alternative sein. Hörbücher eignen sich zum Lernen, aber auch als Projekt: Idealerweise sind sie schon wie ein Hörspiel gestaltet. Damit kommen sie einem Film auch schon etwas näher als der klassische Roman. Schließlich sind gerade die Fernsehspiele, heute TV-Movies genannt, aus Hörspielen entstanden. Wenn ein Romanautor sein Projekt sowohl als Roman als auch schon als Hörbuch konzipiert, baut er damit eine hervorragende Grundlage auf.

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